Pflanzprojekt in Honduras

Mit jedem Schluck Kaffeebäume pflanzen: Die Vorgeschichte

Die Situation der Kaffeebauern im Südwesten von Honduras hat eine lange Vorgeschichte und ist aus politischen Umwälzungen heraus entstanden.
Jahrzehntelange Grenzstreitigkeiten zwischen El Salvador und Honduras hatten dazu geführt, dass das „Niemandsland“, das eigentlich eine für den Kaffeeanbau fruchtbare Gegend ist, verkommen war.
Bis 1992 gehörte die Region zu El Salvador. Erst ein Gerichtsurteil des internationalen Gerichtshofes in Den Haag hatte für Frieden gesorgt und die Region Honduras zugewiesen. Aber auch die honduranische Regierung kümmerte sich kaum um die Gegend, wovon auch heute noch eine völlig unzureichende Infrastruktur zeugt. Die Menschen aber blieben ihrer Heimat treu, bauten in mühevoller Arbeit die Kaffeefelder wieder auf und schlossen sich zu der Kooperative COMBRIFOL (Cooperativa Mixta Regional Brisas de La Frontera Limitada) zusammen, die heute ca. 600 Mitglieder umfasst, wovon ungefähr die Hälfte Kaffee anbaut. Die Gründung der Kooperative wurde durch eine in der Sozialarbeit und Kreditprogrammen engagierte katholische Kirchengemeinde unterstützt.

Erstklassiger Spitzenkaffee und ökologische Mischwirtschaft

Die Kaffeefelder liegen auf einer Höhe von 1.300 bis 1.700 Metern. Der fruchtbare vulkanische Boden liefert zusammen mit dem subtropischen Klima ideale Bedingungen für den Anbau eines erstklassigen Kaffees. Gleichzeitig werden Obst und Gemüse wie Bohnen, Mais, Bananen, Pfirsiche, Orangen, Mangos und Malangas (eine Art Süßkartoffel) für den Eigenbedarf angebaut. Einige Bauern haben Hühner, es werden Fischteiche betrieben und Bienenvölker für die Honigproduktion gehalten. So sind die Kleinbauern in der strukturschwachen Gegend überwiegend Selbstversorger.

Der Kaffee wird kontrolliert ökologisch angebaut. Die Kleinbauern nutzen ihr Wissen um traditionelle nachhaltige Anbaumethoden und bilden sich fort. Es werden keinerlei Chemikalien eingesetzt, weder zum Düngen noch um Schädlinge zu bekämpfen. Eine wichtige Rolle spielt die Mischwirtschaft: die Kaffeefelder werden mit Schattenbäumen heimischer Arten bepflanzt (Pfirsich, Mango, Banane, Orange). Dies schützt vor:

  • intensiver Sonneneinstrahlung
  • übermäßiger Verdunstung
  • Bodenerosion
    Diese Anbaumethode schützt das ökologische Gleichgewicht und garantiert somit dauerhaften Kaffeeanbau.

2011 besuchte eine MITKA-Delegation erstmalig COMBRIFOL und einige Kaffeebauern auf ihren Fincas. Daraufhin wurde der erste Kaffeevertrag mit einer Fairhandels-Organisation, der MITKA, abgeschlossen. Seither importieren wir über die MITKA biologisch angebauten Kaffee aus Honduras.

COMBRIFOL „Baumkaffee“: Das Kaffee-Pflanzprojekt

Seit einigen Jahren bemühen sich die Kooperativen-Mitglieder die Jugend in die Arbeit zu integrieren und ihr eine Zukunftsperspektive zu schaffen, um so der Landflucht vorzubeugen. COMBRIFOL vergibt Kredite an Jugendliche, wenn diese auf Parzellen ihrer Eltern Kaffeebäume anpflanzen. Dies erschien uns eine sinnvolle Aktion und so haben wir das Kaffee-Pflanz-Projekt ins Leben gerufen und im Frühjahr 2021 die Anpflanzung von 20.000 neuen Kaffeesetzlingen finanziert. Ein Kaffeesetzling benötigt viel Pflege, erst in ca. 4 Jahren wird er zum ersten Mal Kaffeekirschen produzieren. Nach einer Lebensdauer von ca. 25 Jahren muss der Kaffeebaum durch eine neue Pflanze ersetzt werden. Die Jugendlichen benötigen eine Zukunftsperspektive, um den Kaffeeanbau weiter zu betreiben. Die Eigenverantwortung, die ihnen mit der Pflanz-Aktion übergeben wird, erzeugt eine hohe Motivation. Sie sind nicht nur eigenständige Kaffeebauern, sondern werden auch gleichberechtigte Kooperativen-Mitglieder und können so an den gemeinschaftlichen Aufgaben mitarbeiten und mitentscheiden. Dies und die langfristigen Abnahmeverträge der MITKA schafft realistische Zukunftsperspektiven, sodass das Erbe der Eltern fortgesetzt wird.

 

Gesamtkatalog 2023/24

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